Meteor Shower

So entstehen diese Vorhersagen

Jede Zahl auf dieser Seite wird berechnet, nicht abgeschrieben. Dieselbe deterministische Engine treibt die Website und unsere App an — hier steht genau, was hineingeht und was die Zahlen versprechen.

Die Quelldaten

Die elf großen jährlichen Ströme stammen aus den Aufzeichnungen der International Meteor Organization (IMO) und des IAU Meteor Data Center: Radiantenkoordinaten (RA/Dek), Aktivitätszeiträume, Sonnenlänge des Höhepunkts, ZHR, Eintrittsgeschwindigkeit und Ursprungskörper. Das sind stabile, wissenschaftlich geprüfte astronomische Fakten — sie ändern sich, wenn die Wissenschaft es tut, und dann aktualisieren wir die Daten entsprechend.

Die Astronomie-Engine

Für jeden Ort und jedes Datum berechnen wir den Himmel direkt mit einer professionellen Astronomie-Bibliothek (Ephemeriden der VSOP87-Klasse): wo der Radiant Stunde für Stunde steht, wann die Sonne tief genug unter dem Horizont für echte Dunkelheit ist, wo der Mond steht und wie hell er ist. Die Sichtbarkeit von Sternschnuppen ist aus Breite, Länge und Datum vollständig deterministisch — deshalb lassen sich unsere Vorhersagen im Voraus berechnen und müssen nicht raten.

Von der ZHR zu deinem Himmel

Die ZHR ist ein Laborwert: eine einzelne Person, perfekt dunkler Himmel, Radiant im Zenit. Wir übersetzen sie mit dem Standardmodell für beobachtete Raten in eine ehrliche Spanne für deinen Standort — Rate × sin(Radiantenhöhe) ÷ r^(6,5 − Grenzgröße) — wobei die Grenzgröße von deiner Himmelsklasse abhängt (Stadthimmel / Stadtrand / Dunkler Himmel) und durch Mondlicht weiter sinkt. Wenn die Zahl klein ist, sagen wir es: Eine Vorhersage, die dir schmeichelt, kostet dich eine kalte Nacht.

Die Wetterebene

Bewölkung und Niederschlag kommen von Open-Meteo, live in deinem Browser abgerufen für die Nacht, die du dir gerade ansiehst. Das Wetter ist die einzige nicht-deterministische Zutat, deshalb liegt es als eigene Ebene über der Astronomie und bleibt klar von ihr getrennt — ein astronomisches Urteil versteckt sich nie stillschweigend hinter einer Wolkenvorhersage.

Was die Zahlen versprechen

Eine Spanne wie „8–18/Std“ bedeutet: eine geduldige Person, dunkeladaptierte Augen, die angegebene Himmelsklasse, beobachtet während der besten Beobachtungszeit. Nicht mitgezählt sind Sternschnuppen unter deinem Horizont, die der Mond schluckt — und die Sekunden, in denen du aufs Handy schaust. Wir versprechen lieber zu wenig, als dir beizubringen, der Vorhersage zu misstrauen.

So liest du die Zahlen

Was bedeutet ZHR?

ZHR steht für zenitale stündliche Rate — das Standardmaß für die Stärke eines Stroms. Sie gibt an, wie viele Sternschnuppen eine einzelne Person pro Stunde zählen würde, unter perfekt dunklem Himmel und mit dem Radianten direkt im Zenit. Ein Laborwert, kein Versprechen: In Wirklichkeit zählst du immer weniger.

Warum sehe ich weniger als die ZHR?

Drei ehrliche Abzüge. Der Radiant steht selten im Zenit — bei 30° Höhe schafft es die Hälfte der Sternschnuppen gar nicht über deinen Horizont. Der Himmel ist selten perfekt dunkel — Stadtlicht und Mondschein schlucken die schwache Mehrheit. Und die Wolken nehmen sich ihren Anteil. Deshalb nennen wir eine realistische Spanne für deinen Himmel statt der großen Zahl aus den Schlagzeilen.

Was ist der Radiant?

Der Punkt, von dem die Sternschnuppen scheinbar wegströmen — reine Perspektive, wie Schneeflocken, die dir bei einer nächtlichen Fahrt durchs Schneetreiben entgegenfächern. Starr ihn nicht an: Am längsten wirken die Spuren 40–60° daneben. Entscheidend ist seine Höhe — je höher der Radiant, desto mehr Sternschnuppen über deinem Horizont.

Welchen Unterschied macht die Geschwindigkeit (km/s)?

Wie die Show aussieht. Schnelle Ströme — die Leoniden treffen mit 71 km/s auf die Atmosphäre — zeichnen dünne, flinke Striche, die oft leuchtende Spuren hinterlassen. Langsame wie die Tauriden mit ihren 27 km/s rollen als lange, helle, manchmal orangefarbene Feuerkugeln über den Himmel.

Dunkelphase vs. beste Beobachtungszeit

Die Dunkelphase ist reine Astronomie: die Spanne zwischen Abend- und Morgendämmerung, in der die Sonne tief genug unter dem Horizont steht. Die beste Beobachtungszeit ist die praktische Antwort — die Stunden mit mindestens ~70 % der nächtlichen Höchstrate, in denen es sich wirklich lohnt, draußen zu stehen.

Was ist ein Ursprungskörper?

Jeder Strom ist die Staubspur eines einzigen Kometen oder Asteroiden. Wenn die Erde diese Spur auf ihrer jährlichen Runde durchquert, verglühen die Körnchen als Sternschnuppen — die Perseiden sind Krümel des Kometen Swift–Tuttle, die Geminiden des Asteroiden 3200 Phaethon.